Trotz der Bemühungen von Epic, Entwicklern und Regulierungsbehörden in der EU ist die App Store-Wirtschaft alles andere als aufgeschlossen
 

Heute veröffentlichen wir die ersten Handyspiele von Drittanbietern im Epic Games Store, darunter 17 neue Spiele für Android weltweit und 15 neue Spiele für iOS in der Europäischen Union. Dies ist zwar ein wichtiger Schritt in unserem Kampf, leider verhindert Apple aber weiterhin, dass Epic, ein amerikanisches Unternehmen, seinen Store auf iOS-Geräten in den USA anbieten kann.

Selbst in Regionen wie der Europäischen Union, in denen politische Entscheidungsträger Gesetze verabschiedet haben, untergräbt die Nichteinhaltung durch Apple und Google weiterhin den Wettbewerb und die Wahlfreiheit von Entwicklern und Verbrauchern. Bisher ist keiner der 100 umsatzstärksten Entwickler von Handyspielen bereit, seine Spiele im Epic Games Store zu vertreiben. Gründe dafür sind die „Core Technology Fee“ (Kerntechnologiegebühr), die strengen Einschränkungen und die sogenannten „Scare Screens“ von Apple und Google, die vor einer möglichen Gefährdung der Sicherheit des Smartphones durch die Nutzung eines alternativen Anbieters warnen.

Die illegale Core Technology Fee von Apple macht den alternativen Vertrieb für Spieleentwickler unrentabel
Wenn ein Entwickler seine App auch außerhalb des App Store vertreiben möchte, erhebt Apple eine „Core Technology Fee“ (CTF, auf deutsch „Kerntechnologiegebühr“) in Höhe von 0,50 € für jede App, die auf iPhones und iPads installiert wird, sobald diese App die Grenze von einer Million Installationen überschreitet. Das heißt, selbst wenn der Entwickler nur ein einziges Spiel im Epic Games Store anbietet, zahlt er die Gebühr ab dieser Grenze jedes Mal, wenn irgendeines seiner Spiele auf ein iPhone oder iPad heruntergeladen wird, unabhängig davon, ob es aus dem Apple App Store oder einem anderen Store stammt. Zusätzlich erhebt Apple jedes Mal eine CTF, wenn ein alternativer App Store installiert wird. Das ist unerschwinglich teuer und ein eklatanter Verstoß gegen das Gesetz über digitale Märkte.

Um diese Last zu verringern, übernimmt Epic die CTF für alle Titel von Entwicklern, die am Kostenlose-Spiele-Programm des Epic Games Store auf iOS- oder iPadOS-Geräten teilnehmen, unabhängig davon, wo der vorgestellte Titel heruntergeladen wird. Obwohl dieser Ansatz auf lange Sicht nicht für jeden Drittanbieter-App-Store oder Epic finanziell tragbar ist, werden wir die Entwickler unterstützen, während die Europäische Kommission die Nichteinhaltung des Gesetzes durch Apple untersucht.

Die CTF ist das größte Hindernis für Entwickler, die ihre App außerhalb des App Store vertreiben möchten. Ein Indie-Entwickler* teilte uns Folgendes mit: „Wenn wir dafür bezahlen müssen, ist das eine große Belastung [für uns]. Wenn diese Gebühr nicht von Epic übernommen oder gedeckt wird, werden wir die Veröffentlichung auf iOS unterlassen, bis die CTF-Bedingungen aufgehoben werden oder wir von Epic einen Zuschuss erhalten.“

Ein anderer mittelgroßer Publisher von PC- und Handyspielen erklärte: „Die größten Sorgen machen uns die zusätzlichen Vereinbarungen, die zwischen Apple und dem Entwickler unterzeichnet werden müssen. Das dauert und dann kommen noch weitere Anforderungen hinzu, wie z. B. zusätzliche Zahlungen, die man leisten muss, wenn die Downloads 1 Mio. überschreiten.“

* Die Entwickler möchten aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen von Apple anonym bleiben.

Der langwierige Installationsprozess von Drittanbieter-Stores bei Apple und Google schreckt über 50 % der Spieler ab
Seit unserer Veröffentlichung wurde der Epic Games Store 29 Millionen Mal für Mobilgeräte heruntergeladen: Von unserem Ziel – 100 Millionen Downloads bis Ende 2024 – waren wir also weit entfernt. Bisher scheitern mehr als 50 % der Spieler aufgrund lästiger „Scare Screens“ bei dem Versuch, den Epic Games Store auf Android oder iOS zu installieren. In der Europäischen Union wurden weitere 5 Millionen Versuche, den Epic Games Store zu installieren, durch die „Berechtigungsvoraussetzungen“ des Browsers und des Betriebssystems von Apple blockiert.

Der Kampf geht weiter
Entwickler und Spieler haben das Recht zu entscheiden, wo sie ihre Spiele vertreiben und wie sie spielen. So einfach ist das. Wir arbeiten mit Regulierungsbehörden in der Europäischen Union zusammen, um Apple und Google am Verstoß gegen das Gesetz zu hindern. Außerdem planen wir, den Epic Games Store Ende dieses Jahres für iOS in Großbritannien und Japan zu veröffentlichen. Sobald politische Entscheidungsträger und das Gericht in anderen Ländern wie Brasilien, Australien, Korea und den Vereinigten Staaten es ermöglichen, werden wir den Epic Games Store auch in diesen Ländern für iOS einführen. Wir werden weiterhin dafür kämpfen, die Hürden zu überwinden – nicht nur für den Epic Games Store, sondern für uns alle.